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JANEK JAROS (1961)
Inhaber des Prager Kunstladens Modernista. Der ursprünglich professionelle Musiker spezialisiert sich heute auf den Handel mit tschechischem Design des zwanzigsten Jahrhunderts. Gleichzeitig produziert er Neuauflagen von Möbel sowie auch Interieurbeiwerk, besonders aus der Zeit des tschechischen Kubismus und Funktionalismus. In letzter Zeit beteiligte er sich an den Vorbereitungen der Ausstellungen Jindøich Halabala und Vlastislav Hofman.

FUNKTIONSBETÖRT

INTERVIEW MIT DEM GARANTEN DES KAPITELS JANEK JAROS

WAS VERBINDET SIE MIT DEN 1920ER UND 1930ER JAHREN?
Sie liegen nicht so weit zurück um mir fremd zu sein, aber auch nicht so nah, dass sich die Vorstellungen von dieser Zeit mit meinen eigenen Erfahrungen vermischen würden. Ich bin sicher dass ich sie idealisiere, aber es gefällt mir vieles an ihnen. Sie erscheinen mir frei, optimistisch und (nahezu) unverklemmt zu sein. Modern und gleichzeitig voller Traditionen. Elegant, sorglos, teilweise dekadent und gleichzeitig geprägt von harter Arbeit, einem ehrlichen Aufbauen und Suchen.

WODURCH HABEN IHRER MEINUNG NACH DIE 1920ER UND 1930ER JAHRE DIE ENTWICKLUNG DES TSCHECHISCHEN DESIGNS BEREICHERT?
Es kam in dieser Zeit zu einer einmaligen Verflechtung eines schöpferischen Geistes mit der Industrie und dem Kapital. Menschen mit modernen progressiven Ideen bekamen die Möglichkeit ihre Ziele zu realisieren – zu bauen, zu produzieren und zu verkaufen.

WELCHE EREIGNISSE WAREN IHRER MEINUNG NACH AM PRÄGENDSTEN FÜR DAS TSCHECHISCHE DESIGN?
Die Gründung der Tschechoslowakei, die Öffnung der jungen Republik zur Welt, ein reger Kontakt mit dem Ausland, Aufgeklärtheit und der Mut von Investoren.

NACH WELCHEN KRITERIEN HABEN SIE DIE EINZELNEN OBJEKTE AUSGEWÄHLT?
Es war mir wichtig Gegenstände auszuwählen, die einen bescheidenen tschechischen Beitrag leisteten. Ich suchte Entwürfe aus, die nicht nur auf dem Reißbrett oder in einer Hand voll Prototypen endeten, sondern in den Händen der Konsumenten gelangten und Teil des alltäglichen Lebens wurden.

GIBT ES ETWAS AUS JENER ZEIT, DAS SIE ALS TYPISCH TSCHECHISCH BEZEICHNEN WÜRDEN?
Nein.

WÄREN SIE AUF EINER EINSAMEN INSEL UND KÖNNTEN GEGENSTÄNDE AUS JENER ZEIT MITNEHMEN, WELCHE WÄREN DAS?
Ohne zu zögern: Den Freischwinger von Jindøich Halabala aus dem Jahr 1931, eine Schokolade der Marke Orion und die Kinderserie Schnelle Pfeile (Rychlé šípy!) von Jaroslav Foglar.