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JANA SEMERÁDOVÁ JIØÍ MACEK
Jana Semerádová, Direktorin der Agentur Profil Média, und Jiøí Macek, Kreativ-Direktor in Profilmedia. Im Rahmen ihrer Agentur, die auf Kurator- und Produktionstätigkeit im Design und den Neuen Medien eingestellt ist, organisieren sie Prager Designtage Designblok und das Festival visueller Stile Datatransfer. Seit 2001 geben sie die Zeitschrift über Design, Mode und Lebensstil Blok heraus.

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INTERVIEW MIT DEN GARANTEN DES KAPITELS JANA SEMERÁDOVÁ UND JIØÍ MACEK

WAS IST FÜR SIE DAS INTERESSANTESTE AM TSCHECHISCHEN DESIGN VON HEUTE?
Jana: Originalität und Witz Jiøí: Seine schnelle Entwicklung. Und auch die große Zahl junger talentierter Künstler und die Unterschiedlichkeit ihrer Einstellungen.

KÖNNEN SIE SAGEN, WODURCH DIE HEUTIGE ENTWICKLUNG DIE ZUKUNFT DES TSCHECHISCHEN DESIGNS BEREICHERN KÖNNTE?
Jana: Den Firmen wird langsam bewusst, dass ihre Produkte von technologischer und ästhetischer Qualität sein müssen um wettbewerbsfähig zu sein. So wenden sie sich immer häufiger an Designer. Firmen beginnen mehr Wert auf die Qualität ihrer Waren, aber auch die Qualität ihrer Präsentation (Webpräsentation, Marketingauftritt, usw.) zu legen. Jiøí: Tschechische Designer bewegen sich heute nicht nur im Rahmen der Tschechischen Republik und das ist ungeheuer wichtig. Die internationale Erfahrung bei Ausstellungen, aber auch bei konkreten Aufträgen hilft ihnen in vielerlei Hinsicht sich die eigenen Einstellungen und die Möglichkeiten ihrer Umsetzung bewusst zu machen.

WELCHE EREIGNISSE DER LETZTEN JAHRE BEEINFLUSSTEN IHRER MEINUNG NACH AM MEISTEN TSCHECHISCHES DESIGN?
Jana: Die Entwicklung des tschechischen Designs wird maßgeblich von der Prager Akademie für Kunst, Architektur und Design (VŠUP) beeinflusst. Abgesehen davon sind es natürlich auch neue Technologien und Materialien, die auch die letztendliche Form der Gegenstände beeinflussen (Perspex, Corian). Die Desinger können auch ungehemmt reisen und sich so von ausländischen Designentwicklungen beeinflussen. Jiøí: Die VŠUP beeinflusst nicht nur durch die Ausbildung der Studenten, sondern auch durch zahlreiche Ausstellungen die sie initiert. Stellvertretend für alle, zumindest die international anerkannten, würde ich etwa an Prague: Session oder Design Air erinnern.

NACH WELCHEN KRITERIEN HABEN SIE DIE EINZELNEN OBJEKTE AUSGEWÄHLT?
Jana: Vor allem nach der Persönlichkeit des Designers. Das Design der Gegenwart lässt sich nicht anhand seiner künftigen Gültigkeit oder Funktionalität beurteilen. Deshalb wählten wir Design von außergewöhnlichen Persönlichkeiten aus und dann ihre repräsentativsten und innovativsten Arbeiten.

GIBT ES HEUTE ETWAS, DAS SIE ALS TYPISCH TSCHECHISCH BEZEICHNEN WÜRDEN?
Jana: Der Fußballer Pavel Nedvìd… Jiøí: Es gibt bestimmte Materialien die unsere Designer oft verwenden weil sie bei uns eine lange Tradition haben. So entwirft in Tschechien wohl fast Jeder irgendwann etwas aus Porzellan oder Glas. Und das einschließlich der meisten Haushalte. Bei uns ist jeder irgendwie ein Designer, oder eher ein Bastler. Die Zeit, in der das die einzige Möglichkeit war seine eigenen Vorstellungen zu erfüllen, ist jedoch gottseidank vorbei.

WÄREN SIE AUF EINER EINSAMEN INSEL UND KÖNNTEN DREI GEGENSTÄNDE AUS DER HEUTIGEN DESIGNPRODUKTION MITNEHMEN, WELCHE WÄREN DAS?
Jana: Pavel Nedvìd – ich möchte endlich richtig Fußballspielen lernen. Einen Škoda Roomster – das ist immerhin ein multifunktionaler Wagen. Und da aller guten Dinge drei sind: den Stuhl Tajone von Martin Hašek (nicht nur wegen seines Namens). Jiøí: Den Criss Cross von Olgoj Chorchoj. Ein scheinender Luster auf einer einsamen Insel scheint mir ein interessanter Appell zu sein. Seine Form ist darüber hinaus für Hubschrauber sehr anziehend. Anstelle von Freitag würde ich die Mehrjungfrau von Pavel Ivanèic mitnehmen. Gemeinsam könnten wir dann Lichtspiele veranstalten.